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Polizei verhindert nach dem Derby Auseinandersetzungen im Stadtgebiet

  • 9. April 2022

Saarbrücken. Insgesamt zieht die Polizei Saarland nach der heutigen Begegnung der dritten Liga zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem SV 07 Waldhof Mannheim eine durchweg positive Bilanz. Die erwarteten gravierenden Ausschreitungen blieben aus. Auch mit den aufgrund witterungsbedingter Zugausfälle geänderten Maßnahmen konnte ein direktes Aufeinandertreffen feindlicher Fangruppierungen verhindert werden.

Weil nach dem nächtlichen Schneefall die Zugverbindungen zwischen Mannheim und Saarbrücken unterbrochen waren, mussten die auswärtigen Fans mit privaten Fahrzeugen und Bussen anreisen. Deswegen entfielen im Vorfeld des Fußballspiels die vorbereiteten, zur sicheren Begleitung der Fans zum Stadion erforderlichen Sperrmaßnahmen vor dem Hauptbahnhof und dem Ludwigskreisel.

Die Polizei leitete die anreisenden Fans nach Saarbrücken-Burbach, wo Parkmöglichkeiten zur Verfügung standen. Den Weg zum Stadion mussten die Zuschauerinnen und Zuschauer dann mit dem ÖPNV oder zu Fuß in Angriff nehmen. Ein von den Fans des 1. FC Saarbrücken organisierter Fanmarsch durch die Saarbrücker Innenstadt wurde durch Einsatzkräfte begleitet und verlief ohne nennenswerte Störungen.

Die wegen der winterlichen Straßenverhältnisse erfolgten Sperrungen zahlreicher Straßen im Umfeld von Saarbrücken führten zu Verkehrsproblemen, insbesondere rund um den Ludwigskreisel, weil Zuschauerinnen und Zuschauer mit ihren Fahrzeugen über die Lebacher Straße zum Stadion gelangen wollten.

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Eine Gruppe von etwa 150 Problemfans der Gästemannschaft sorgte für einen Einsatz starker Polizeikräfte in der Mainzer Straße. Die Fans, die mit ihren Privatfahrzeugen angereist waren und mit der Saarbahn zum Stadion fahren wollten, wurden dort gestoppt, nachdem Störungen in der Saarbahn gemeldet worden waren. Nach Ansprache durch die Polizei zeigte sich die Gruppe kooperativ und wurde zum Stadion begleitet. Zu Personen- oder Sachschäden kam es nach derzeitigem Kenntnisstand nicht.

Bei den Einlasskontrollen stellte der Sicherheitsdienst des Veranstalters bei einem Besucher ein Taschenmesser fest, dass dieser aus Sicherheitsgründen vor Betreten des Fanblocks abgeben musste. Eine ebenfalls noch unbekannte Person beleidigte mehrere Ordner nach deren Angaben rassistisch. Entsprechende Ermittlungen wurden aufgenommen. Die Identifizierung soll über die Videodokumentation erfolgen.

Während der laufenden Begegnung blieben Ausschreitungen zwischen den verfeindeten Fans beider Mannschaften aus. Kurz nach Spielende löste nach bisherigem Kenntnisstand eine noch unbekannte Person einen Brandmelder aus, so dass die Berufsfeuerwehr Saarbrücken mit einem Einsatzzug zum Stadion ausrückte. Ein Brand konnte jedoch nicht festgestellt werden.

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Nach dem Spiel begleiteten starke Kräfte die Fans aus Mannheim zunächst zum Bahnhof. Während der Begleitung der Gruppe erfolgten kurzfristige Sperrungen des fließenden Verkehrs, die zu teils erheblichen Verkehrsproblemen führten. Der Bahnhofsvorplatz musste vorübergehend geräumt werden, um eine sichere Abreise der Gästefans sowie unbeteiligter Dritter zu gewährleisten. Ein Mann beleidigte dort die Einsatzkräfte. Ermittlungen wurden eingeleitet. Vom Hauptbahnhof aus trat ein Teil der Fans den Heimweg an, andere fuhren per Zug bis zum Ostbahnhof, um von dort aus zu ihren im Gebiet Saarbrücken Ost abgestellten Fahrzeugen zu gelangen. An zwei Pkw der Gästefans, die im Bereich Lyonerring abgestellt waren, hatten bislang unbekannte Personen die Reifen platt gestochen. Entsprechende Verfahren wurden eingeleitet.

Auch im direkten Umfeld des Saarbrücker Ostbahnhofs suchten etwa 100, teilweise vermummte Fans des ersten FC Saarbrücken die Konfrontation. Dabei versuchten sie eine polizeiliche Absperrung zu durchbrechen. Mit dem Einsatz starker Kräfte und Anwendung einfacher körperlicher Gewalt konnte dies verhindert werden. Gegen mehr als 20 dieser Personen leitete die Polizei Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch ein.

Ein Polizeibeamter wurde nach bisherigen Informationsstand im Einsatz verletzt.