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Offener Brief von Borussia Neunkirchen Vorstand Persch an die Fans

  • 18. November 2021

Offener Brief von Sportvorstand Gunther Persch an die Mitglieder und Anhänger von Borussia Neunkirchen

Der Sportvorstand von Borussia Neunkirchen, Gunther Persch hat sich heute in einem offenen Brief an die Mitglieder und Fans des saarländischen Traditionsvereins gewandt. Dabei hat er sich natürlich auch auf die letzten Querelen im Verein berufen. Hier der Brief von Gunter Persch im Wortlaut:

Liebe Mitglieder der Borussia

als Privatperson Gunther Persch richte ich mich hier mit einer Bitte an Euch.

Vor einigen Wochen wurde ein neuer Vorstand gewählt, dem auch ich als Sportvorstand angehöre. Seit September 2017 stehe ich in der Verantwortung bei Borussia und habe in dieser Zeit immer nach bestem Gewissen und Wissen versucht, die Interessen der Borussia zu wahren und Borussia zukunftssicherer aufzustellen. In dieser Zeit mussten viele, für Außenstehende nicht immer nachvollziehbare Entscheidungen getroffen werden. Diese sind immer im Interesse des Vereines und nicht aus persönlichen Motiven von mir getroffen worden! Die Probleme, die ich mit einzelnen Personen hatte oder habe, kläre ich als Privatperson, ohne mein Amt oder Funktion dafür zu missbrauchen.

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Meine Frage an euch ist: Soll ich wirklich für Borussia Neunkirchen alle meine Werte wie Anstand, Respekt, Zuverlässigkeit, Ordentlichkeit, Glaubwürdigkeit und Zivilcourage – all diese Werte, die mir meine Eltern weiter gegeben haben und die auch ich meinen Söhnen vermittelt habe, soll ich diese Werte für Borussia verraten? Nein, mit Sicherheit nicht.

Es gab in den letzten Tagen und Wochen verschiedene Vorkommnisse, die mich dazu gebracht haben, mich zu fragen: Will ich das? Will ich bei einem Verein in der Verantwortung stehen, in dem diese Werte von einigen wenigen nicht respektiert und gelebt werden, nein, sogar missbraucht werden?

Spiele der 1. Mannschaft

Wer bitte hat das Recht, nur weil er 5 Euro Eintritt gezahlt – ich rede hier wohlgemerkt von sogenannten Borussen! – unsere eigenen Spieler zu beleidigen? Nicht kritisieren, sondern aufs Übelste zu beleidigen! Seit dem Beginn der Runde und auch schon vorher wurden und werden einzelne Spieler nach Fehlern bei einem Fußballspiel, das sie für ihren Verein Borussia Neunkirchen bestreiten, von den eigenen Anhängern dafür aufs Übelste beleidigt. Findet Ihr das normal? Oder kommt jetzt wieder, was stellt der Persch sich denn wieder so an!

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Möchtet Ihr, wenn ihr einen Fehler macht, gesagt bekommen: „Was bist du ein Idiot? Was bist du ein Arschloch? Du kannst gar nichts, hol dir einen Strick und häng dich auf!“ Ich möchte das nicht und ich habe so etwas auch noch nie gemacht.

Meine Frage an euch: Ist das Borussia Neunkirchen so, wie wir es haben wollen? Müssen wir immer wegschauen, müssen wir immer ruhig sein? Nein, müssen wir nicht. Warum kann man nicht zu so einem Idioten hingehen und sagen: „Sei jetzt ruhig, das sind unsere Spieler!“ Ich rede hier nicht von unseren richtigen Fans, die immer hinter der Mannschaft stehen, ich rede hier von Leuten, die unseren Ruf und unser Ansehen beschädigen. Wenn die eigenen Spieler nach einem Spiel zu mir kommen und sagen: „Was ist denn bei uns los? Einmal sind es die Stürmer die das Tor nicht treffen, dann der Torwart, dann ein Abwehrspieler, die runter gemacht werden – was sind wir denn für ein Verein?“ Findet Ihr das normal?

Ich werde das nicht tolerieren und es auch nicht einfach hinnehmen! Ich werde in Zukunft versuchen, meine Spieler und meinen Trainer und jeden echten Borussen davor zu schützen – mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln als Vorstand von Borussia und, wenn nötig, auch als Privatperson mit Zivilcourage.

Entscheidungen des Vorstandes

Als Vorstandsmitglied möchte ich folgendes dazu sagen: Wir sind 5 Mitglieder im Vorstand. Wir treffen alle Entscheidungen gemeinsam und tragen diese Entscheidungen auch gemeinsam. Diese Entscheidungen werden immer im Sinne von Borussia getroffen, um Schaden vom Verein abzuhalten und um die Werte, für die wir stehen wollen und unseren Kindern und Jugendlichen vorleben sollten, zu wahren. Wir versuchen den Verein neu aufzustellen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Jugendarbeit, die wir hoffentlich in eine sichere Zukunft bringen. Diese Entscheidungen werden nicht aus dem Bauch heraus getroffen, sondern sind genau überlegt und genau abgewogen. Genauso kann und wird der Vorstand keine Interna nach außen tragen, die dem Ansehen des Vereines schaden. Hier sollten einige aufhören, mit wilden Spekulationen und Beleidigungen einzelner Vorstandmitglieder für Unruhe zu sorgen und Stimmung zu machen.

Zum Schluss meine Frage an euch. Wo wollen wir hin? Wofür wollen wir stehen? Sind wir wirklich bereit, Werte wie Respekt, Anstand, Glaubwürdigkeit wegzuwerfen? Ich bin dazu nicht bereit!

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Und wenn, wie es jemand geschrieben hat, Ihr, die Mitglieder, nicht so viel Vertrauen in unsere Entscheidungen, in unsere Arbeit oder in unsere Personen habt, dass wir solche Entscheidungen ohne große öffentliche Erklärungen treffen können, dann sollte eine außerordentliche Mitgliederversammlung her, dann solltet Ihr uns das Vertrauen entziehen.

Danke! Euer Gunther Persch