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3 rote Karten,viele Zeitstrafen – HGS verliert in Rodgau Nerven und Spiel

  • 6. November 2022

Dass es im hessischen Rodgau schwer werden würde für die Saarländer, war der HGS im Vorfeld klar. Dass es das Team von Branko Koloper dann aber gleich so hart treffen sollte, das konnte man vorher nicht ahnen. Nach nicht mal 2 Spielminuten gab es für den Saarlouiser Spielertrainer und Abwehr-Koordinator regelkonform die rote Karte, weil er den anstürmenden Johannes von der Au unglücklich und unabsichtlich im Gesicht traf. Es sollte nicht die einzige Disqualifikation für die Saarländer an diesem verkorksten Abend bleiben.

Die HSG Rodgau-Niederroden zeigte sich von Beginn an bis in die Haarspitzen motiviert und machte über die gesamten 60 Minuten so gut wie keine Fehler. Die Folge: Die HG Saarlouis kam nie wirklich zu ihrem Spiel, auch weil sie insgesamt 20 Minuten (!) in Unterzahl agieren musste. Allein drei 2-Minuten-Strafen resultierten daraus, dass der gute Rodgauer Torhüter Marco Rein unbeabsichtigte Gesichtstreffer einstecken musste.

So nahmen die Saarländer schon in der 7. Spielminute beim 5:2-Rückstand ihre erste Auszeit, Co-Trainer Christian Mühler versuchte, das Team neu zu justieren. Das zeigte auch Wirkung und knapp fünf Minuten später waren die Saarländer nach Treffern von Paetow und Rastoder beim 5:4 wieder dran. Knapp eine Viertelstunde war gespielt, als die HGS die Partie ausgeglichen gestalten konnte (6:6 und 7:7, 15.). Doch für eine Wende reichte es nicht. Rodgau Nieder-Roden behielt immer wieder die Nase vorn, während Saarlouis nachzog.

Zwischen der 19.(9:9) und der 21. Spielminute (12:9) dann erstmals ein deutlicherer Vorsprung für die Gastgeber, was die gute Stimmung in der Halle befeuerte. Wieder ging das ganze einher mit einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Lars Walz, der Marco Rein mit seinem Wurf von Aussen im Gesicht traf und einem der insgesamt acht Siebenmeter für Rodgau. Gut vier Minute vor der Pause konnten sich die Gastgeber auf 14:10 absetzen, was Marcel Becker und Tom Paetow aber postwendend verkürzten. Den 15:13-Pausenstand erzielte Philipp Keller dann wieder von der Strafwurf-Linie, nachdem zuvor Kurotschkin die nächste Zeitstrafe kassiert hatte.

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Auch nach dem Seitenwechsel klappe bei den Baggerseepiraten all das, was dem Team aus dem Saarland so garnicht gelang. Der Vorsprung wuchs bis zur 40. Minute auf 20:15 an und das sollte noch nicht das Ende sein. Eine Viertelstunde vor Schluss kassierte Adel Rastoder nach der dritten Zeoitstrafe den roten Karton und von der Anzeigetafel leuchtete 22:16 – das wars dann wohl für die Gäste.

Nach der zweiten Saarlouiser Auszeit die nächsten Nackenschläge für Saarlouis: Nachdem Kapitän Lars Walz von der Aussenposition nur noch flach warf, um weitere Gesichts-Paraden von Marco Rein zu vermeiden, erzielte er das 22:17 (46.). 30 Sekunden später kassiert Nico Becker die nächste Zeitstrafe, Keller scheitert mit dem dabei erhaltenen Siebenmeter. Nochmal 20 Sekunden weiter und ein weiterer Genickschlag: jetzt flegt Frano Vujovic mit Rot vom Platz, diesmal trifft Keller von der Siebenmeter-Linie zum 23:17.

Die Moral beim Gästeteam ist allerdings noch nicht bezwungen. Zwei Mal Tom Paetow und einmal Wladi Kurotschkin und es heißt 23:20. HSG-CoachJan Redmann zieht mit dem grünen Karton die Notbremse. Aber Saarlouis will sich noch nicht geschlagen geben, kämpft mit arg reduziertem Rückraum und schafft es beim 24:22 knapp zehn Minuten vor dem Ende nochmals Spannung aufzubauen. Aber die Baggerseepiraten haben an diesem Abend den längeren Atem, sind auch in der Schlussphase an diesem Abend das bessere Team und der 30:26-Endstand geht somit insgesamt gesehen absolut in Ordnung.

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Statistik HGS: Schlingmann 9 Paraden, Jonczyk 6 Paraden, Marcel Becker 8/1, Paetow 7/1, Rastoder 3, Kurotschkin 2, Nico Becker 2, Walz 2, Vujovic 1, Altmeyer 1.

Statistik Rodgau: Rein 15 Paraden, 2x 7m, von der Au 8, Keller 6/6, Brühl 5, Schopper 4, Brandt 3, Stenger 2, Spieß 1, Gräsl 1

Siebenmeter: HGS 2/4, Rodgau 6/8

Zeitstrafen in Minuten: HGS 20 ( rote Karten Koloper, Rastoder 3x2min, Vujovic), Rodgau 10.